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Erziehung / obidience        Teil 2 Dominanz und Vertrauen

von/by Ute Ruoff

Dominanz und Vertrauen sind die Grundlagen der erfolgreichen Hundeerziehung und untrennbar miteinander verbunden.
Dominanz ohne das Vorhandensein von Vertrauen verkommt zur bloßen Autorität. Ein Hund kann auch unter der Anwendung von reiner Autorität lernen, es wird ihm aber niemals Freude bereiten. Somit wird er versuchen dem Lernen und dem Arbeiten auszuweichen (Meideverhalten) und ihm gestellte Aufgaben nur durch die Anwendung von Zwang erledigen.
Soll ein Hund aber künftig seine Aufgaben mit Freude verrichten, ist es unerlässlich erst mal eine Vertrauensbasis zu schaffen. Diese Vertrauensbasis wird normalerweise durch die tägliche Zuwendung aufgebaut. Man füttert, streichelt, redet und spielt mit dem Hund.
 
Mit unseren Hunden zu spielen ist dabei außerordentlich wichtig!!!!
 
Im Spiel werden alle Sinne des Hundes gleichzeitig angesprochen und er lernt, wie im Spiel mit seinesgleichen, unsere Körpersprache, unsere Lautäußerungen und den engen Körperkontakt zu uns kennen. Vorausgesetzt man lässt sich wirklich auf ein offenes, freies Spielen mit dem Hund ein.
Immer wieder fällt mir bei meiner Hundeschularbeit auf, dass es anscheinend wirklich große Überwindung kostet, wirklich ausgelassen mit einem Hund zu spielen. Das liegt wohl an unserer Erziehung.. .. ein erwachsener Mensch rennt nicht über eine Wiese, klatscht dabei vielleicht noch ausgelassen in die Hände,  wirft einen Ball, balgt sich um ein altes Handtuch, lacht und ruft: "Hey, hey, hey!", als Aufmunterung, lässt sich von seinem Hund, nicht die gute wetterfeste Markenjacke und Hose versauen etc. etc.  Mal ehrlich: Warum eigentlich nicht? Ein Hund kann unsere Hemmungen in dieser Hinsicht nicht verstehen! Wehren wir den Hund ab, um nicht schmutzig zu werden, trippeln oder schreiten wir mit grazilen Schritten über die Spielwiese und können wir unseren Hund nicht mit unserer Stimme vermitteln, dass auch uns das Spielen Spaß bereitet, sind wir in seinen Augen ganz klar :
Ein (gehemmter) Langweiler - verständlicher Weise wendet der Hund sich dann interessanteren und spannenderen Dingen zu und lässt uns "eiskalt stehen". 
Also bitte- warum nicht mal mit dem Hund auf dem Fußboden liegend balgen, mal um das Fensterleder kämpfen, oder auf der Wiese fangen spielen, wenn es doch keine einfachere und schönere Möglichkeit gibt mit seinem Hund auf s e i n e Weise zu kommunizieren, Spaß zu haben und  -ganz wichtig -> eine positive Erwartungshaltung zu fördern?
 
Schaffe ich es auf diesem Weg eine positive Erwartungshaltung zu erreichen, welche den Hund fragen lässt: "Was passiert gleich?", habe ich auf einfache und schöne Art seine Aufmerksamkeit. Ein aufmerksamer Hund ist auch bereit zu lernen.
 
Der Hund, welcher nur gestreichelt, gefüttert und umsorgt wird, fühlt sich zwar wohl, aber er erwartet nichts Spannendes, nichts Aufregendes vom Menschen und somit wird für ihn alles Andere, jede Ablenkung, interessanter sein als wir.
Also noch mal: Lassen Sie sich bei jeder Gelegenheit, die sich im Alltag bietet auf das Spielen mit Ihrem Hund ein. Es ist schön und sehr wichtig!
 
Eine Spielregel sollte es allerdings geben: Immer sollte es der Hundeführer sein, der das Spiel beginnt und der das Spiel beendet.
 
Der "Rudelführer" würde sehr gereizt reagieren, wenn er ewig zum Spiel aufgefordert würde, wenn er keine Lust hat. Wie immer sollten wir uns auch hier am natürlichen Verhalten im Hunderudel orientieren. Deshalb ein ganz klares und wenn notwendig nachdrückliches "NEIN!" , wenn der Hund nach dem Spielzeug quengelt und Sie gerade mit Besuch am Kaffeetisch sitzen.
Zum anderen sollten Sie das Spiel beenden (....gerade wenn´s am schönsten ist) bevor der Hund keine Lust mehr hat. Die Freude und die Spannung auf das nächste Spiel bleibt so unvermindert hoch. Der positive Nebeneffekt, das der Mensch sagt wann gespielt wird und wann nicht, ist der, dass man seinem Hund ohne ein einziges hartes Wort, oder Strafe klarmachen kann, wer der "Chef" ist.
 
Die "Privilegien" eines Rudelführers zu spielen, zu liebkosen, zu füttern etc. w a n n   s i e   e s   w o l l e n ist eine Art von Dominanz, die ein Hund keineswegs als unangenehm empfindet. Im Gegenteil er wird sich vertrauensvoll an Sie lehnen und (er-)warten, was Sie von ihm möchten. Wie sich der Hund auch im natürlichen Rudel nach dem Rudelführer und der eigenen Rangfolge richten würde. Denn dann ist für den Hund die Welt in Ordnung.
Es gibt für einen Hund nur zwei Möglichkeiten zufrieden zu leben: 1.) er wird dominiert 2.) er dominiert
 
Bieten sich für den Hund Chancen zu dominieren wird er sie (ganz natürlich) auch nutzen. Das geschieht oft ganz unterschwellig.
Z.B. wenn man beim Betteln nach Spielzeug, dem Spaziergang, oder dem Futter schließlich und endlich doch nachgibt (....man will ja auch mal seine Ruhe haben.....- wird sie aber so 100% niemals bekommen ). Der Hund seinen Lieblingsplatz mit Knurren verteidigen darf (....naja, ich kann mich auch auch woanders hinsetzen......- der in der Rangfolge unterlegene Hund würde dieses schließlich auch tun) und man schließlich auch noch vom Futternapf gebührend Abstand halten muss (...schließlich braucht ja der Hund auch Ruhe zum fressen.... -schonmal gesehen wie gemütlich, ruhig und gesittet es bei Wolfens zu Tisch zugeht?) - Nein, spätestens wenn solche Dinge passieren habe ich mir als Rudelführer "den Rang ablaufen lassen" und muss zusehen das schnellstens wieder zu ändern, da ansonsten wirklich ernste Probleme entstehen!
Hunde die oben beschriebene Verhaltensmuster an den Tag legen sind auch keineswegs als "undankbar" zu bezeichnen!! Ich höre das wirklich sehr oft von Menschen, die wirklich aaaallles für ihren Hund tun (....und jetzt macht er das!....). Nein, er ist nicht undankbar, er m u ß sich seinem natürlichen Verhalten nach so benehmen.
 
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Hektische und neurotische Hunde, die niemals zur Ruhe finden, sind häufig das Resultat von inkonsequenter Erziehung. Der Hund springt ewig zwischen selbst dominieren und dominiert werden hin und her. Weiß nie ob er jetzt kämpfen muss um zu dominieren (... weg da! Das ist mein Futternapf), oder lieber doch "kuscht" weil Zwang ausgeübt wird (... man kann ja nicht alles durchgehen lassen!). 
Es ist wichtig vorher zu überlegen was der Hund darf und was nicht. Was einmal erlaubt ist sollte für immer erlaubt sein und Verbotenes sollte verboten bleiben- ihrem Hund zuliebe. 
 
Gönnen Sie Ihrem Hund und sich die Ruhe und Zufriedenheit einer festen Ordnung, wie die eines Hunderudels.
Schaffen Sie Vertrauen und dominieren Sie - und der Weg zu einer erfolgreichen Hundeerziehung ist geebnet.
 
 
Bis zur nächsten Folge   (Verschiedene Arten der positiven Motivation)
 
 
Ihre
 
Ute Ruoff
Hundeschule Ruoff


Ausbildung macht Spaß!
- locker angehn' lassen


alles richtig gemacht?


Kann's weitergehn? Was kommt jetzt?


Steh! Bleib!


ja, richtig so


Platz! Bleib!


Junior-Handling Leon 5 Jahre, Balagur 8 Monate


Solange Leon schläft steht der Hund nicht auf


Freiheit!


Der Hund läuft freudig - Erwartungshaltung - man achte auf den Tennisball in der rechten Hand


loben nicht vergessen.
- der Hund verlässt sich darauf!


Sitz! Bleib!


einmal drumherum


leg dich hin


Ja, hast du gut gemacht. Wirklich.....


O.K. Der Hund ist entspannt


Vertrauensvoller Blick, Fang geöffnet und entspannt, der Hund ist aufmerksam und in Erwartungshaltung


Junior Handling umgekehrt.....
beim Hund entspannt sich das Kind total


Kohlweissling-Jäger



Ruoff's Hunde verabschieden sich für heute - Balagur und Candy sagen: "Tschüss!"